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Augenhöhlenerkrankungen

Im Vergleich zu den häufigsten Erkrankungen im Spektrum der Augenheilkunde stellen Augenhöhlenerkrankungen ein seltenes Ereignis dar und finden sich in etwa einem Prozent des augenärztlichen Krankengutes. Meist handelt es sich um entzündliche Erkrankungen der Weichgewebe der Augenhöhle (z.B. endokrine Orbitopathie, siehe dort), seltener finden sich tumoröse Raumforderungen (Neoplasie). Doch grade aufgrund des insgesamt seltenen Auftretens und des oft komplexen Krankheitsbildes stellen sie eine besondere Herausforderung dar: Die Veränderungen finden sich häufig in Zusammenhang mit einer systemischen Grunderkrankung oder einer Erkrankung benachbarter Strukturen, so dass Diagnostik und Therapie meist nicht allein in den Händen des Augenarztes liegen, sondern ein interdisziplinäres Vorgehen erfordern.

 

Orbitadekompression bei endokriner Orbitopathie

Die Entlastung oder Erweiterung der Augenhöhle (Orbitadekompression), mit dem Ziel eine Rücklagerung des Augapfels zu erreichen, stellt den ersten Schritt in der rehabilitativ-rekonstruktiven Chirurgie der endokrinen Orbitopathie dar. Es wurden in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Orbitadekompression verschiedenste Operationstechniken beschrieben. In den letzten Jahren hat sich aufgrund der niedrigen Komplikationsrate die Entfernung der seitlichen Augenhöhlenwand (laterale Dekompression) etabiliert. In Abhängigkeit der bestehenden Veränderungen können weitere Augenhöhlenwände gleichzeitig entfernt werden. Welche Operationstechnik in Ihrem Fall die erfolgversprechendste Methode darstellt, werden wir mit Ihnen ausführlich in unserer gemeinsamen chirurgischen Sprechstunde besprechen.

 

Entfernung eines Geschwulstes der Augenhöhle

Als Ziel dieses Eingriffes gilt zum einen die Entfernung der Geschwulst per se, aber auch die Entfernung des Prozesses zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie) und somit zur Sicherung der Verdachtsdiagnose, die sich auf die bestehenden klinischen Veränderungen und die bildgebenden Befunde stützt. Erst nach definitiver Diagnosesicherung entscheidet sich, ob gegebenenfalls eine ergänzende Behandlung wie z.B. Nachbestrahlung oder Chemotherapie erforderlich ist.

 

Operationen der Augenhöhle erfolgen prinzipiell in Allgemeinanästhesie und erfordern in der Regel einen mehrtägigen stationären Aufenthalt.